Nachgefragt bei den Technologieführern im ARBERLAND: IMM Photonics, Friedrich Raith

Kategorie: AllgemeinesAutor: Teresa KaißE-Mail: tkaiss@arberland-regio.de

Friedrich Raith, IMM Photonics

Die vergangenen Wochen haben unsere Welt zum Stillstand gebracht: Geschäfte, Schulen und Kitas wurden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Büros und Produktionshallen standen leer. Trotz erster Lockerungen greifen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie immer noch massiv in unser aller Leben ein. Das Regionalmanagement der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH hat bei den Betrieben seines Technologienetzwerkes nachgehorcht, wie sie die Krise erleben – und ob es ihnen gelingt, trotz aller Widrigkeiten positiv in die Zukunft zu blicken…

„Ich sehe schon immer noch, dass die Grundstimmung getrübt ist“, meint Friedrich Raith, Geschäftsführer der IMM Photonics GmbH, die am Standort Teisnach kundenspezifische Lösungen im Bereich Photonik, Laser, Faseroptik, Sensorik, Feinmechanik und Elektronik produziert. „Niemand kann aktuell sagen, wie es weitergehen wird, wie lange noch Masken getragen werden müssen, wann man wieder ein ganz normales Leben führen kann. Andererseits wissen unsere Mitarbeiter, dass wir alles tun, um das Unternehmen gut durch diese Pandemie zu steuern. Mit diesem Wissen gehen unsere Mitarbeiter auch unbequeme Schritte wie Homeoffice und Kurzarbeit mit, weil sie sicher sein können, dass sie damit ihren Arbeitsplatz erhalten.“

Da aufgrund der begrenzten Büroflächen ein durchgehendes Arbeiten in Einzelbüros nicht möglich ist, befinden sich einige wenige Teisnacher Verwaltungsmitarbeiter bis heute in Homeoffice. „In der Produktion“, so berichtet Raith, „befand sich ein Viertel der Belegschaft als Backup-Mannschaft über Kurzarbeit zuhause. Diese wechselte in einem zweiwöchigen Turnus, um die Belastungen auf alle Mitarbeiter gleich zu verteilen und im Falle einer Infektion mit anschließender Quarantäne möglichst schnell wieder für unsere Kunden da sein zu können.“ Mittlerweile wurde das Kurzarbeitskonzept an die aktuelle Auftragslage angepasst: „Es hat sich herausgestellt, dass einige Produktbereiche weniger von der Krise betroffen waren als andere.“

„Ich bemerke aktuell schon eine gewisse Solidarität und vor allem auch eine Wertschätzung für Berufsgruppen – wie den Gesundheitsbereich“, meint Raith. Es bleibe allerdings abzuwarten, ob diese nachhaltig sei. „Dass eine Krise auch Chancen mit sich bringt, sieht man an findigen Unternehmen, die in kürzester Zeit neue Produkte als Antwort auf die aktuelle Situation entwickelt haben“, beobachtet er. „Trotzdem wird gerade in stärker betroffenen Branchen eine gewisse Marktbereinigung stattfinden.“ Dass Maßnahmen wie Homeoffice zu einer Entschleunigung des Alltags führen werden, bezweifelt der Geschäftsführer. Von einer gewissen CO2-Einsparung geht Raith aber im Hinblick auf gestrichene Dienstreisen aus: „Was bisher als unmöglich oder zumindest schwierig angesehen war, funktioniert plötzlich. Die letzten Wochen haben ein Umdenken bei uns angestoßen, das von den Mitarbeitern sehr positiv aufgenommen wird.“